P2P-Kredite
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Go & Grow zahlt täglich Zinsen bei einer Zielrendite von bis zu 6 Prozent im Jahr, Einstieg ab 1 Euro.
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Bondora Go & Grow: Erfahrungen und Bedingungen

Go & Grow zahlt täglich Zinsen und sieht aus wie Tagesgeld. Was du rechtlich kaufst, wie die 6 Prozent zustande kommen und was im Kleingedruckten steht.

Aktualisiert: 5.9.2026
Bondora Go und Grow mit einer Zielrendite von bis zu 6 Prozent und den Bedingungen aus dem Kleingedruckten

Go & Grow zahlt jeden Tag Zinsen, du siehst den Kontostand steigen, und die Zielrendite liegt bei bis zu 6 Prozent im Jahr. Das fühlt sich an wie ein Tagesgeldkonto, ist aber rechtlich etwas völlig anderes: Es gibt keine Einlagensicherung, die Rendite ist nicht garantiert, und Bondora darf Auszahlungen in Teilbeträgen leisten. Wir zeigen, was du wirklich kaufst, aus welchem Puffer die 6 Prozent gespeist werden und an welchen Stellen unser eigenes Video nachgeschärft gehört. Stand: 5. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung.

Es sieht aus wie Tagesgeld, ist aber keins

Go & Grow ist die einfachste Art, in P2P-Kredite zu investieren, und genau diese Einfachheit ist der Punkt, an dem man sich täuschen kann. Du zahlst Geld ein, siehst täglich Zinsen im Konto, und der Kontostand steigt gleichmäßig. Eine Auswahl einzelner Kredite gibt es nicht, ein Ausfallrisiko einer einzelnen Position spürst du nicht.

Was du bekommst, ist eine Zielrendite von bis zu 6 Prozent im Jahr, und Bondora schreibt dazu selbst den entscheidenden Satz: Die Rendite von 6 Prozent ist nicht garantiert. Drei Punkte unterscheiden das Produkt von einem Tagesgeldkonto, und alle drei stehen offiziell auf den Seiten von Bondora:

  1. Keine Einlagensicherung. Bondora formuliert es so, dass die Investition durch keinen staatlichen Fonds garantiert oder anderweitig abgesichert ist.
  2. Keine Regulierung des Produkts. Bondora schreibt, dass Go & Grow nicht unter bestehende regulatorische Rahmenbedingungen fällt.
  3. Auszahlungen können in Teilbeträgen kommen. Die Klausel dazu steht im Kleingedruckten und wir zitieren sie unten im Wortlaut.

Das ist keine Warnung, sondern die Beschreibung der Anlageklasse. Wer sie kennt und die Position entsprechend klein hält, bekommt mit Go & Grow ein Produkt, das im P2P-Bereich einzigartig bequem ist. Die Angaben zu Go & Grow stammen von Bondora selbst, aus dem Hilfebereich, den Statistikseiten und den Bedingungen. Die Aufsichtsvorgänge stammen von der estnischen Finantsinspektsioon, die Vergleichswerte zu Monefit von monefit.com. Alles geprüft am 5. September 2026.

Was du bei Go & Grow rechtlich kaufst

Hier lohnt sich die Genauigkeit, weil die Oberfläche etwas anderes suggeriert als die Rechtslage.

Du wirst nicht Kunde einer Bank, sondern Anleger. Dein Geld fließt in das Kreditportfolio von Bondora, aus dem Konsumentenkredite an Privatpersonen vergeben werden. Aus den Zinsen dieser Kredite wird deine Rendite bezahlt. Rechtliche Eigentümer der Darlehensforderungen sind nach Bondoras Darstellung die Investoren, nicht Bondora.

Zwei Gesellschaften sind beteiligt. Das Produkt läuft über die Go & Grow OÜ mit dem Registercode 12831506 in Tallinn, die bis zum 20. April 2026 Bondora Capital OÜ hieß. Die Kredite vergibt und verwaltet die Bondora AS mit dem Registercode 11483929, die Go & Grow OÜ erwirbt und verteilt die Forderungen an die Anleger. Beide gehören zur selben Gruppe, Bondora beschreibt die Holding- und Aktionärsstruktur ausdrücklich als Spiegel der bestehenden Struktur der Bondora Group.

Reguliert ist das Kreditgeschäft, nicht das Anlageprodukt. Bondora hält eine Lizenz für die Vergabe von Verbraucherkrediten. Für Go & Grow selbst schreibt Bondora, dass es nicht unter bestehende regulatorische Rahmenbedingungen fällt. Das ist ein wichtiger Unterschied zu einem Wertpapierdepot oder einem Bankkonto, und es ist der Grund, warum es hier keine Einlagensicherung gibt.

Die Eckdaten von Go & Grow

Die Eckdaten von Go & Grow, so wie Bondora sie auf den eigenen Seiten ausweist. Geprüft am 5. September 2026.

Stand 05.09.2026
Go & Grow
Einordnung
Zielrenditebis zu 6 Prozent im Jahrausdrücklich nicht garantiert
Zinsgutschrifttäglichsichtbar im Kontoauszug
Mindestanlageab 1 Eurokeine Höchstanlage genannt
Auszahlungsgebühr1 Euro je Auszahlungwird vom Betrag abgezogen
Auszahlungsdauermeist bis zu 3 WerktageTeilauszahlungen vorbehalten
Einlagensicherungkeinekein staatlicher Fonds
RegulierungProdukt nicht reguliertKreditvergabe lizenziert
Startguthaben5 EuroRückforderung, wenn keine 50 Euro in 30 Tagen
SitzTallinn, EstlandGo & Grow OÜ, Code 12831506
Steuerabzugkein deutscher Abzugdu erklärst selbst

Tipp: Scrolle horizontal, um alle Spalten zu sehen

Wie die 6 Prozent zustande kommen

Die 6 Prozent sind kein Zins, den jemand verspricht, sondern eine Zielgröße, die Bondora aus dem Kreditportfolio bedient. Der Mechanismus dahinter ist der eigentlich interessante Teil, und er erklärt auch, warum die Zahl sich bewegen kann.

Bondora vergibt Konsumentenkredite zu deutlich höheren Zinsen, als es an die Anleger auszahlt. Die Differenz ist der Puffer, aus dem Ausfälle bezahlt werden. Wenn im Portfolio mehr Kredite ausfallen als kalkuliert, geht das zuerst gegen den Puffer und erst danach gegen deine Rendite. Bondora beschreibt diesen Puffer als Stütze für die langfristige Stabilität. Eine Zusage ist er nicht, die Zielrendite bleibt variabel und wird von Bondora gesetzt.

Dass sie sich bewegen kann, ist belegt: Vor der heutigen Zielrendite lagen die Werte höher. Offiziell dokumentiert ist ein Satz von 6,75 Prozent bis zum 13. September 2024 und ein Satz von 6 Prozent ab dem 30. Juni 2025. Wann genau Bondora die Senkung vorgenommen hat, gibt das Unternehmen öffentlich nicht an, weder in einem Blogbeitrag noch in einer Pressemitteilung noch im Hilfebereich. Für dich heißt das: Die Zielrendite ist eine Größe, die der Anbieter setzt, und öffentlich dokumentiert ist nur das Ergebnis, nicht der Zeitpunkt.

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Der Puffer, aus dem die Rendite gespeist wird

Bondora veröffentlicht die prognostizierte interne Rendite seines Kreditportfolios im Portfolio-Bericht, zuletzt aktualisiert im Juni 2026. Das ist die Zahl, an der du ablesen kannst, wie dick der Puffer über der Zielrendite ist. Wichtig für die richtige Lesart: Das ist eine Prognose für das Portfolio der Bondora Group, nicht deine Rendite. Deine bleibt bei bis zu 6 Prozent.

Bericht Juni 2026
Prognostizierte Portfolio-Rendite
Abstand zur Zielrendite
20206,30 Prozent0,30 Prozentpunkte
20217,30 Prozent1,30 Prozentpunkte
20229,90 Prozent3,90 Prozentpunkte
202312,00 Prozent6,00 Prozentpunkte
202416,30 Prozent10,30 Prozentpunkte
202518,90 Prozent12,90 Prozentpunkte
202619,10 Prozent13,10 Prozentpunkte

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Was diese Tabelle wirklich sagt

2020 war es knapp. Die prognostizierte Portfolio-Rendite lag bei 6,30 Prozent und damit nur 0,30 Prozentpunkte über den 6 Prozent, an denen Bondora die ganze Reihe rückwirkend misst. Zu jener Zeit lag die tatsächliche Zielrendite mit 6,75 Prozent sogar oberhalb dieses Werts. Es war das Jahr, in dem Bondora Auszahlungen verzögert hat.

Heute ist der Abstand mehr als vierzigmal so groß. 19,10 Prozent prognostizierte Portfolio-Rendite gegen eine Zielrendite von bis zu 6 Prozent bedeuten 13,10 Prozentpunkte Puffer. Bondora beschreibt diesen wachsenden Abstand selbst als Ergebnis von Verbesserungen im Kreditrisikomanagement und einer starken Entwicklung des Portfolios.

Damit die Zahl nicht mehr trägt, als sie kann: Es ist eine Prognose, Bondora kennzeichnet sie ausdrücklich als Hochrechnung auf Grundlage der aktuellen Kreditentwicklung. Es ist die Rendite der Gruppe, nicht deine. Und die tatsächlich erzielte Nettorendite der Anleger weist Bondora nirgends aus. Was du an dieser Tabelle ablesen kannst, ist die Belastbarkeit des Puffers, nicht eine Garantie.

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Auszahlung: der Satz im Kleingedruckten

Auszahlungen sind jederzeit möglich, kosten 1 Euro je Vorgang und dauern nach Bondoras Angabe bei den meisten Auszahlungen bis zu drei Werktage. So weit die Regel. Direkt darunter steht die Klausel, die das Produkt von einem Tagesgeldkonto trennt:

💡 Tipp

Es ist unter Umständen nicht möglich, Vermögenswerte von Go & Grow sofort zu liquidieren oder Geld sofort abzuheben. In diesem Fall werden wir Teilauszahlungen Ihres gesamten Abhebungsbetrags vornehmen.

Das ist kein theoretisches Risiko, es ist einmal eingetreten. Im Frühjahr 2020 hat Bondora Auszahlungen gestreckt, Anleger bekamen ihr Geld in Teilbeträgen über einen längeren Zeitraum. Bondora selbst beschreibt das inzwischen als einmaligen Vorgang in der Geschichte des Produkts.

Wie du damit umgehst: Geld, das du zu einem festen Termin brauchst, gehört nicht in Go & Grow. Für die Urlaubskasse, die Steuernachzahlung oder die Kaution ist ein Tagesgeldkonto das richtige Produkt, weil dort die Verfügbarkeit rechtlich zugesichert ist. Go & Grow passt deshalb zu Geld, bei dem du auf einen späteren Abruf warten könntest, ohne in Bedrängnis zu geraten. Bondora selbst nennt für Go & Grow einen Anlagehorizont von mehr als fünf Jahren und weist darauf hin, dass ein früherer Ausstieg einen Teil oder das gesamte eingesetzte Kapital kosten kann.

Was an die Stelle der Einlagensicherung tritt

Bondora ist deutlich, und das ist ihm anzurechnen: Die Investition ist durch keinen staatlichen Fonds garantiert oder anderweitig abgesichert. Es gibt keine 100.000-Euro-Grenze, hinter der ein Entschädigungsfonds steht, weil es keinen solchen Fonds gibt.

Der Unterschied in einem Satz: Bei einem Tagesgeldkonto trägt im Ernstfall die Einlagensicherung das Risiko der Bank. Bei Go & Grow trägst du das Risiko des Kreditportfolios. Wie sich das konkret unterscheidet, siehst du im Vergleich mit einem klassischen Zinskonto, etwa dem Tagesgeld über Raisin mit gesetzlicher Sicherung.

Was an die Stelle der Sicherung tritt, ist nichts, was eine Absicherung wäre, sondern die Qualität des Kreditportfolios. Bondora sagt selbst, dass kein Gewinn garantiert ist. Wie belastbar das Portfolio ist, steht in der Tabelle oben und in den Rückgewinnungsquoten weiter unten. Diese Zahlen ersetzen keine Einlagensicherung, aber sie sind das, woran man die Sache tatsächlich messen kann.

Was bei einer Insolvenz passieren soll

Bondora beschreibt den Insolvenzfall so: Rechtliche Eigentümer der Darlehensforderungen sind die Investoren, nicht die Go & Grow OÜ. Die Forderungen fallen deshalb nicht in die Konkursmasse. Die Aussage bezieht sich damit ausdrücklich auf die Gesellschaft hinter dem Produkt, nicht auf die Bondora AS.

Das ist die Darstellung des Anbieters, und sie ist plausibel konstruiert. Zwei Dinge sollte man trotzdem im Kopf behalten. An einer Stelle formuliert Bondora, die Investition sei sicher, was der eigenen Risikoerklärung mit ihrem ausdrücklichen Hinweis auf einen möglichen Totalverlust widerspricht. Und der Weg von der rechtlichen Konstruktion zum tatsächlich zurückgeflossenen Geld ist eine Frage der praktischen Durchsetzung, die in Estland und nach estnischem Recht liefe.

Wie schwer oder leicht das wäre, weiß niemand vorher. Wir halten den Punkt deshalb offen und beschreiben ihn genau so: Die Konstruktion spricht dafür, dass deine Forderungen nicht in die Masse fallen. Erprobt ist sie nicht.

Aufsicht: zwei Maßnahmen der estnischen Behörde

Die estnische Finanzaufsicht Finantsinspektsioon hat gegen die Bondora AS zwei Vorgänge veröffentlicht, und beide standen am 5. September 2026 unverändert online:

  • Eine Anordnung vom 13. Juli 2023 wegen Mängeln bei der Bonitätsprüfung von Verbrauchern und in den internen Regeln zur Verbraucherkreditvergabe.
  • Eine Geldbuße vom 30. April 2025 über 200.000 Euro.

Neuere Einträge gibt es nicht, wir haben die vollständige Nachrichtenliste der Behörde durchgesehen. Dazu kommt ein Vorgang aus einem anderen Land: Die slowenische Niederlassungserlaubnis wurde zum 13. April 2026 widerrufen, eine Begründung wird dort nicht genannt.

Wie du das einordnest: Das sind aufsichtsrechtliche Vorgänge gegen das Kreditgeschäft, nicht gegen das Anlageprodukt, und sie betreffen nicht direkt das Geld der Anleger. Sie gehören trotzdem hierher, weil sie das Bild vom Unternehmen vervollständigen, und weil ein Anbieter ohne Einlagensicherung sich an seiner Aufsichtsakte messen lassen muss.

Das Kreditportfolio in Zahlen

Bondora veröffentlicht laufend Kennzahlen, und das ist im P2P-Bereich nicht selbstverständlich. Der Stand am 5. September 2026:

  • 515.493 Investoren, die zusammen 2.232.668.796 Euro investiert haben.
  • 199 Millionen Euro erzielte Renditen seit dem Start.
  • Seit Februar 2009 kumuliert 1.577.526 Kreditkunden und 829.583 vergebene Kredite über zusammen 1.851.060.930 Euro.
  • Im Vormonat wurden 17.939 Kredite über 38.261.389 Euro vergeben.
  • Bei der Kreditvergabe im Juli 2026 entfielen 65,4 Prozent auf Finnland.

Interessanter als die Größe sind die Angaben zur Qualität. Bondora nennt im Portfolio-Bericht, dass sich fast 80 Prozent aller Kredite weiterhin im aktiven Status befinden. Als ausgefallen gilt ein Kredit nach Bondoras Definition, wenn Zahlungen mehr als 90 Tage überfällig sind und der Vertrag deshalb gekündigt wurde. Von einem ausgefallenen Betrag gewinnt Bondora in den ersten drei Jahren je nach Land typischerweise zwischen 31 und 54 Prozent zurück. Ohne diese Dreijahresgrenze nennt Bondora für einige Märkte eine Rückgewinnung von bis zu 70 Prozent und je 1.000 Euro ausgefallenem Kredit typischerweise 667 Euro in Estland, Lettland und den Niederlanden sowie 689 Euro in Finnland.

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Eine Einschränkung nennt Bondora selbst nicht, deshalb machen wir es: Wie das Gesamtportfolio zusammengesetzt ist, veröffentlicht Bondora nicht. Du siehst Volumen, Länder und Rückgewinnungsquoten, aber keine Aufschlüsselung nach Bonitätsklassen. Das ist der Punkt, an dem die Transparenz endet.

Steuern: hier machst du die Arbeit selbst

Bondora führt keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Anders als bei einem deutschen Broker landet auf deinem Konto der volle Zinsbetrag, und die Steuer erklärst du selbst.

Praktisch läuft das so: In deinem Konto lädst du einen Steuerbericht herunter, den Bondora als PDF oder als Excel-Datei bereitstellt, mit frei wählbarem Zeitraum. Diesen Bericht übergibst du deiner Steuererklärung oder deiner Steuersoftware. Bondora selbst sagt dazu nur, dass sich die Besteuerung nach dem Recht deines Wohnsitzlandes richtet und dass Bondora keine Steuerberatung leistet.

Wichtig zu wissen, weil es oft verwechselt wird: Dass keine Steuer einbehalten wird, heißt nicht, dass keine anfällt. Einen Freistellungsauftrag bietet Bondora nicht an, die Erträge kommen also brutto bei dir an. Wie sie in deiner Erklärung zu behandeln sind, hängt von deiner persönlichen Situation ab, und dafür ist die steuerliche Beratung der richtige Ort, nicht ein Blogartikel.

Unser Video zu Bondora Go & Grow

Im Video schauen wir gemeinsam in die App: Kontostand, tägliche Zinsgutschrift, Einzahlung, der Auszahlungsprozess mit dem Kleingedruckten und das Kreditportfolio dahinter.

An den offiziellen Statistiken lassen sich einige Zahlen aus dem Video präziser fassen. Der nächste Abschnitt macht das.

Was wir im Video nachschärfen

Die Kreditzahl. Im Video sagen wir, Bondora habe seit Anfang 2009 fast 1,5 Millionen Konsumentenkredite ausgegeben. Die Statistikseite trennt zwei Kennzahlen, die leicht zu verwechseln sind: Seit Februar 2009 kumuliert sind 1.577.526 die Zahl der Kreditkunden, die Zahl der vergebenen Kredite liegt bei 829.583.

Die Monatszahlen. Im Video nennen wir über 20.000 Kredite und fast 37 Millionen Euro im Vormonat. Am 5. September 2026 sind es 17.939 Kredite über 38.261.389 Euro, also weniger Kredite bei höherem Volumen. Diese Zahlen wechseln monatlich, deshalb trägt jede von ihnen hier ein Datum.

Und die Auszahlungsdauer. Im Video sagen wir ein bis drei Werktage. Bondora selbst nennt nur eine Obergrenze, nämlich bis zu drei Werktage. Eine Untergrenze steht auf keiner offiziellen Seite, wir nehmen sie deshalb zurück.

Was sich bestätigt hat, ist der Kern: die tägliche Zinsgutschrift, die 1 Euro Auszahlungsgebühr, die Liquiditätsklausel im Wortlaut und die Aussage, dass die 6 Prozent nicht garantiert sind. Auch der Satz aus dem Video, Bondora habe den internen Zinsfuß zwischen 2020 und 2025 verdreifacht, ist exakt richtig: von 6,30 auf 18,90 Prozent.

Die Alternative im Direktvergleich: Monefit Smartsaver

Wer den bequemen Einstieg in P2P sucht, findet bei Monefit Smartsaver ein sehr ähnlich gebautes Produkt: Geld einzahlen, täglich Zinsen erhalten, keine Kreditauswahl. Der Unterschied liegt in der Rendite und in der Struktur.

Auf dem flexiblen Guthaben nennt Monefit eine Zielrendite von 7,50 Prozent im Jahr. Wer bereit ist, sich festzulegen, kann zusätzlich sogenannte Vaults nutzen: 9,42 Prozent bei 12 Monaten Laufzeit und 10,52 Prozent bei 24 Monaten, dazwischen sind eigene Laufzeiten wählbar. Die Mindestanlage in einem Vault liegt bei 100 Euro.

Die höhere Rendite ist kein Geschenk, sie ist bezahltes Risiko. Auch bei Monefit gibt es keine Einlagensicherung, und die längeren Laufzeiten der Vaults geben Flexibilität ab, die Go & Grow behält. Wer beide Produkte direkt nebeneinander sehen will, findet das im Vergleich Monefit gegen Bondora Go & Grow, und der eigene Erfahrungsbericht mit allen Konditionen steht unter Monefit SmartSaver.

Wie viel gehört überhaupt in P2P?

Diese Frage stellt sich nicht für Bondora allein, sondern für die gesamte Anlageklasse. In der P2P-Szene wird dafür seit Jahren eine Faustregel weitergegeben, und wir halten sie für einen sinnvollen Risikohinweis: nicht mehr als 10 Prozent des Gesamtvermögens in P2P-Kredite, und zwar über alle Plattformen zusammen, nicht je Plattform.

Der Grund liegt in der Struktur der Anlageklasse, nicht in der Qualität eines einzelnen Anbieters. P2P-Kredite haben keine Einlagensicherung, der Totalverlust einer Position ist möglich, und in einer Marktkrise können mehrere Plattformen gleichzeitig unter Druck geraten, weil sie dieselbe Art von Schuldnern finanzieren. Wer 40 Prozent seines Vermögens auf vier P2P-Plattformen verteilt, hat nicht diversifiziert, sondern die gleiche Wette viermal abgeschlossen.

Innerhalb dieser 10 Prozent ist Go & Grow durch seinen Aufbau eher die defensive Wahl, weil du nicht auf einzelne Kredite setzt, sondern auf ein Portfolio mit dem beschriebenen Puffer. Beseitigt ist das Ausfallrisiko damit nicht, es ist gepoolt. Was diese Grenze für dich bedeutet, hängt von deiner Gesamtsituation ab, und das ist eine Frage, die dir kein Blogartikel abnehmen kann.

Warum der Einstieg so leicht fällt

Dafür spricht Go & Grow

  • Zielrendite von bis zu 6 Prozent im Jahr mit täglicher Zinsgutschrift
  • Einstieg ab 1 Euro, ohne dass du einzelne Kredite auswählen musst
  • Das Ausfallrisiko verteilt sich über das gesamte Portfolio statt auf eine einzelne Position
  • Prognostizierte Portfolio-Rendite von 19,10 Prozent im Jahr 2026, daraus speist sich der Puffer
  • Auszahlung jederzeit beantragbar, nach Bondora-Angabe meist bis zu drei Werktage
  • 515.493 Investoren und über 2,23 Milliarden Euro investiertes Kapital
  • Laufend veröffentlichte Statistiken zu Volumen, Ländern und Rückgewinnungsquoten
  • 5 Euro Startguthaben bei mindestens 50 Euro Einzahlung in den ersten 30 Tagen
  • Steuerbericht als PDF oder Excel mit frei wählbarem Zeitraum

Was du dafür in Kauf nimmst

  • Keine Einlagensicherung, Bondora nennt ausdrücklich keinen staatlichen Fonds
  • Go & Grow fällt nach Bondoras eigener Aussage nicht unter bestehende Regulierung
  • Die 6 Prozent sind eine Zielrendite und ausdrücklich nicht garantiert
  • Bondora kann Auszahlungen in Teilbeträgen leisten, im Frühjahr 2020 ist das eingetreten
  • 1 Euro Auszahlungsgebühr je Vorgang, bei kleinen Beträgen spürbar
  • Die Senkung der Zielrendite von 6,75 auf 6 Prozent hat Bondora öffentlich nicht angekündigt
  • Zusammensetzung des Gesamtportfolios nach Bonitätsklassen wird nicht veröffentlicht
  • Zwei Vorgänge der estnischen Aufsicht gegen die Bondora AS, zuletzt eine Geldbuße über 200.000 Euro
  • Kein deutscher Steuerabzug, die Erklärung machst du selbst

Lohnt sich Go & Grow?

Go & Grow ist der bequemste Einstieg in P2P-Kredite, den wir kennen, und es ist kein Tagesgeldersatz. Beides gehört in denselben Satz, weil der Fehler fast immer darin besteht, das eine für das andere zu halten.

Wofür es sich lohnt: Wenn du in die Anlageklasse P2P hineinschauen willst, ohne dich mit einzelnen Krediten, Rückkaufverpflichtungen und Ausfallquoten zu beschäftigen, gibt dir Go & Grow genau das. Du zahlst ein, siehst täglich Zinsen und hältst ein breit gestreutes Portfolio, statt einzelne Kredite auszuwählen. Ausfälle verschwinden dadurch nicht, sie verteilen sich nur. Der Puffer zwischen prognostizierter Portfolio-Rendite und Zielrendite ist heute mit 13,10 Prozentpunkten so groß wie nie, und Bondora veröffentlicht dazu mehr Zahlen als die meisten Wettbewerber.

Wogegen es nicht antritt: gegen ein Tagesgeldkonto. Es gibt keine Einlagensicherung, die Rendite ist nicht garantiert, und die Klausel zu Teilauszahlungen ist real, sie wurde einmal gezogen. Geld mit festem Termin gehört woanders hin.

Woran wir uns selbst halten: P2P bleibt bei uns insgesamt unter 10 Prozent des Vermögens, und der Einstieg ist klein. Das Startguthaben von 5 Euro wird laut Bondora nach erfolgreicher Registrierung gutgeschrieben, kann aber zurückgefordert werden, wenn du nicht innerhalb von 30 Tagen mindestens 50 Euro einzahlst. Alle Bedingungen dazu stehen im Bondora Bonus im Detail. Wer die höhere Rendite sucht und dafür Laufzeit abgibt, vergleicht mit Monefit SmartSaver.

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5 Euro Startguthaben nach der Registrierung, mit mindestens 50 Euro Einzahlung in 30 Tagen behältst du es. Einstieg ab 1 Euro.

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Häufig gestellte Fragen

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