Tagesgeld
2,60 % auf jedes Guthaben
2,60 Prozent Zinsen p. a. auf unbegrenztes Guthaben, ohne Mindesteinlage und mit kostenloser Kontoführung
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Scalable Capital Tagesgeld: Zins und Sicherung

Scalable Tagesgeld zahlt 2,60 Prozent auf unbegrenztes Guthaben. Wo dein Geld liegt, was Bestandskunden umbuchen müssen und was PRIME+ wirklich bringt.

Aktualisiert: 5.9.2026
Scalable Capital Tagesgeldkonto im Check: Zinssatz und Einlagensicherung

Das Scalable Tagesgeldkonto zahlt 2,60 Prozent Zinsen pro Jahr auf unbegrenztes Guthaben, und zwar im kostenlosen FREE-Modell genauso wie mit dem PRIME+ Abo. Die eine Bedingung, die dabei wirklich zählt: Das Geld muss auf dem separaten Tagesgeldkonto liegen, denn das Broker-Verrechnungskonto steht bei 0,00 Prozent. Es gibt keine Mindesteinlage, keine Betragsgrenze und keine Frist, der Satz ist aber variabel. Stand 5. September 2026.

2,60 Prozent auf jedes Guthaben

Das Scalable Tagesgeldkonto zahlt 2,60 Prozent Zinsen pro Jahr auf unbegrenztes Guthaben, und die eine Bedingung, die darüber entscheidet, ob du sie bekommst, ist simpel: Das Geld muss auf dem Tagesgeldkonto liegen. Das Broker-Verrechnungskonto verzinst Scalable mit 0,00 Prozent, in beiden Preismodellen. Beide Werte stehen am 5. September 2026 so in der offiziellen Zinsübersicht.

Der Satz gilt seit dem 1. September 2026, davor waren es 2,50 Prozent seit dem 16. März 2026. Und er gilt für alle: In der Konditionstabelle stehen in der Spalte "Ohne PRIME+" dieselben 2,60 Prozent wie in der Spalte "Mit PRIME+". Das ist der Punkt, den viele beim ersten Hinsehen übersehen, weil sie ein Abo-Modell vermuten. Beim Zins gibt es keins.

Drei Dinge, die Scalable ausdrücklich zusagt: keine Mindesteinlage (das Guthaben wird ab dem ersten Euro verzinst), keine Betragsgrenze (der Satz gilt auf unbegrenztes Guthaben) und keine Befristung. Im Help-Center steht hinter dem Zinssatz wörtlich der Zusatz "(kein Aktionszins)", und die Pressemitteilung zum Produktstart formuliert es als Prinzip: "Es gibt weder Kontoführungsgebühren noch kurzfristige Aktionszinsen." Gleichzeitig ist der Satz variabel. Die Fußnote auf jeder Seite sagt "Zinsen variabel, etwa mit Marktzinsen", das Preis- und Leistungsverzeichnis nennt für Tagesgeld einen "variablen Guthabenzins". Es gibt also keinen Stichtag, an dem etwas abläuft, sondern eine laufende Anpassung. Bisher ging sie einmal nach oben.

Die Zinsen werden taggenau berechnet und monatlich gutgeschrieben. Weil jeder gutgeschriebene Cent wieder mitverzinst wird, entsteht ein Zinseszinseffekt; Scalable beziffert ihn über fünf Jahre bei 2,60 Prozent mit einem Plus von 0,2 Prozent auf die ursprüngliche Anlage gegenüber jährlicher Gutschrift. Die Kontoführung kostet laut Preis- und Leistungsverzeichnis 0,00 Euro, die Verfügbarkeit gibt Scalable mit "24/7 in Echtzeit" an.

Zur Einordnung, weil Tagesgeldzinsen ohne Bezugsgröße wenig sagen: Die EZB-Einlagefazilität liegt seit dem 17. Juni 2026 bei 2,25 Prozent. Scalable zahlt damit 0,35 Prozentpunkte mehr, als Banken für Übernachteinlagen bei der Zentralbank bekommen. Bei 20.000 Euro sind 2,60 Prozent rund 520 Euro Zinsen im Jahr vor Steuern.

2,60 % auf jedes Guthaben

2,60 Prozent p. a. ohne Mindesteinlage und ohne Betragsgrenze, Kontoführung 0,00 Euro.

Zum Scalable Konto

Der Zinssatz ist seit dem Video gestiegen

Wir haben uns das Konto direkt zum Start angesehen, als die Umstellung frisch war:

Eine Zahl im Video ist inzwischen überholt, und zwar zu deinen Gunsten. Im Video sprechen wir von 2,5 Prozent. Das war ab dem 16. März 2026 korrekt. Seit dem 1. September 2026 sind es 2,60 Prozent, nachzulesen in der Zinsübersicht von Scalable, die beide Stufen mit Datum ausweist. Das Video war also nicht falsch, es ist schlicht älter als der aktuelle Satz.

Ein zweiter Punkt gehört präzisiert. Im Video heißt es, bisher habe es 2 Prozent auf das Verrechnungskonto gegeben, und das klingt nach einem pauschalen Satz für alle Kunden. So einfach war es nicht. Die Zinsübersicht in der Fassung vom 14. Februar 2026 führte drei Spalten: im FREE-Modell 2 Prozent auf bis zu 100.000 Euro, im PRIME+ Modell 2 Prozent auf unbegrenztes Guthaben, im PRIME-Modell einen Strich, also gar keine Verzinsung. Wer damals im PRIME-Modell war, verliert durch die Umstellung folglich nichts und gewinnt sogar, sobald er das Tagesgeldkonto eröffnet.

Der Kern des Videos stimmt unverändert: Auf dem Verrechnungskonto gibt es heute nichts mehr, du musst aktiv umbuchen, und der Tagesgeldzins liegt weiterhin über der EZB-Einlagefazilität.

Bestandskunden buchen einmal um

Das ist der praktisch wichtigste Absatz des ganzen Artikels, deshalb steht er weit oben. Scalable hat die Verzinsung nicht abgeschafft, sondern verschoben: weg vom Broker-Verrechnungskonto, hin auf ein eigenes Konto, das du selbst eröffnen musst.

In der Pressemitteilung vom 16. März 2026 steht der Übergang wörtlich: "Um einen reibungslosen Wechsel zu gewährleisten, erhalten Bestandskunden bis zum 31.03.2026 noch Zinsen auf ihr Broker-Verrechnungskonto." Diese Übergangsfrist ist abgelaufen. Am 5. September 2026 weist die Zinsübersicht für Verrechnungskonten 0 Prozent p. a. aus, in der Spalte "Mit PRIME+" genauso wie in der Spalte "Ohne PRIME+". Die Preisseite bestätigt es mit derselben Angabe für das Broker-Guthaben.

Übersetzt heißt das: Wer nichts tut, bekommt null. Guthaben, das seit dem Frühjahr auf dem Verrechnungskonto liegt, verzinst sich nicht mehr. Das Geld muss einmal aktiv auf das Tagesgeldkonto gebucht werden, danach läuft es von allein.

Der Aufwand dafür ist überschaubar. Scalable schreibt, die zusätzliche Eröffnung sei in der App oder im Web ohne erneute Identifikation in weniger als einer Minute und kostenlos möglich. Das Tagesgeldkonto bekommt eine eigene IBAN, sodass du auch direkt vom externen Referenzkonto einzahlen kannst, und Guthaben lässt sich in Echtzeit zwischen Tagesgeld- und Verrechnungskonto hin und her schieben. Wer also kurzfristig eine Order platzieren will, holt das Geld in dem Moment zurück, in dem er es braucht.

Zwei Details noch, die regelmäßig gefragt werden: Pro Person ist ein Tagesgeldkonto möglich, für Kinderkonten gilt dieselbe Regel je Kind. Und die Kundenbedingungen erlauben die Kündigung eines Tagesgeldkontos jederzeit ohne Einhaltung einer Frist.

Ohne erneute Identifikation

Bestandskunden richten das Tagesgeldkonto laut Scalable in unter einer Minute zusätzlich ein.

Tagesgeldkonto einrichten

Wie andere Häuser dieselbe Frage lösen, haben wir beim ING Tagesgeld und beim Consorsbank Tagesgeld aufgeschrieben. Dort sind die Spitzensätze befristet, hier ist er es nicht.

Zinsen und Sicherung nebeneinander

Alle Werte von de.scalable.capital und aus den Kundenbedingungen, Stand 5. September 2026.

0,00 € pro Monat
Ohne PRIME+
4,99 € pro Monat
Mit PRIME+
Zinsen und Gutschrift
Tagesgeld-Zins2,60 % p. a., unbegrenzt2,60 % p. a., unbegrenzt
Verrechnungskonto0,00 % p. a.0,00 % p. a.
Zinsberechnungtaggenautaggenau
Zinsgutschriftmonatlichmonatlich
Mindesteinlage0 €0 €
Verfügbarkeit24/7 in Echtzeit24/7 in Echtzeit
Kosten
Kontoführung Tagesgeld0,00 €0,00 €
Broker-Preismodell0,00 € pro Monat4,99 € pro Monat
Wo das Guthaben liegt
VerwahrartScalable, Partnerbanken oder Geldmarktfonds, auch jeweils alleinScalable und Partnerbanken
Gesetzliche Sicherung100.000 € pro Kunde je Bankbis 5 x 100.000 € pro Kunde
Geldmarktfondsmöglich, dann OGAW-Schutzstandardsin der Guthabenverteilung nicht vorgesehen
Freiwillige Sicherungvon Scalable nicht ausgewiesenfür Guthaben über 5 x 100.000 €
Sollzinsen
Credit bis 250.000 €4,49 % p. a. variabel3,49 % p. a. variabel
Geduldete Überziehung4,49 % p. a. variabel4,49 % p. a. variabel

Tipp: Scrolle horizontal, um alle Spalten zu sehen

Wo dein Geld tatsächlich liegt

Hier liegt der eigentliche Unterschied zu einem klassischen Tagesgeldkonto, und hier wird es in den meisten Übersichten ungenau. Scalable verwahrt dein Guthaben nicht zwangsläufig als Bankeinlage. Es gibt zwei mögliche Behälter, und sie stehen unter zwei verschiedenen Schutzregimen.

Der erste Behälter sind Banken. Neben der Scalable Capital Bank GmbH selbst sind das vier Partnerbanken, die Scalable auf seiner Dokumentenseite namentlich führt: Deutsche Bank AG, HSBC Continental Europe S.A., Münchener Hypothekenbank eG und Norddeutsche Landesbank Girozentrale (NordLB). Bei jeder dieser Adressen greift die gesetzliche Einlagensicherung mit 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Fünf Häuser mal 100.000 Euro, das ist die Rechnung hinter den "5 x 100.000 EUR", die Scalable für PRIME+ nennt.

Der zweite Behälter sind qualifizierte Geldmarktfonds. Auch die listet Scalable namentlich: J.P. Morgan Asset Management, DWS, BlackRock und Amundi. Das sind Fondsanbieter, keine Partnerbanken. Wer beide Listen in einen Topf wirft, kommt zu einer Sicherungsaussage, die nicht stimmt.

Entscheidend ist, wer in welchem Behälter landen kann. In der Zeile "Guthabenverteilung" steht für die Spalte "Ohne PRIME+" wörtlich: "Scalable, Partnerbanken oder Geldmarktfonds, auch jeweils als alleinige Verwahrart möglich". Noch deutlicher wird die FAQ auf derselben Seite: "Ihr Guthaben kann auch vollständig bei nur einer Bank oder einem qualifizierten Geldmarktfonds verwahrt werden." Im kostenlosen Modell ist es also nicht zugesichert, dass überhaupt ein Teil als Bankeinlage liegt. Die Kundenbedingungen sagen dasselbe aus der Betriebsperspektive: Die Aufteilung richtet sich nach Kapazitäten, Konditionen und Kundenaktivität, sie ist veränderlich und je Kunde unterschiedlich.

Für den Geldmarktfonds-Anteil gilt kein Einlagenschutz. Scalable schreibt das in der Pressemitteilung zum Produktstart selbst, und die Besonderen Vertragsbedingungen zum Cash-Management beschreiben in Ziffer 2.7 den Rahmen, der stattdessen greift: "Scalable Capital weist darauf hin, dass die bei qualifizierten Geldmarktfonds verwahrten Kundengelder entsprechend den in den Rechts- und Verwaltungsvorschriften betreffend bestimmte Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) adressierten Schutzstandards und daher nicht entsprechend den Schutzstandards des WpHG und nicht entsprechend der WpDVerOV gehalten werden."

Das ist ein anderer Schutz, nicht automatisch ein schlechterer. Ein Geldmarktfonds ist rechtlich keine Einlage, sondern ein Fondsvermögen, das getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft gehalten wird. In unserer Einordnung ist das der Sondervermögens-Gedanke, den man von ETFs kennt; Scalable selbst benutzt dieses Wort nicht, das Haus spricht von Treuhand-Guthaben und OGAW-Schutzstandards. Was Scalable seinen Fonds abverlangt, steht in Ziffer 2.5 der Cash-Management-Bedingungen: Das primäre Anlageziel muss der Kapitalerhalt sein, die Papiere im Fonds haben höchstens 397 Tage Restlaufzeit oder ihre Rendite wird mindestens alle 397 Tage an den Geldmarkt angepasst, die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit liegt bei 60 Tagen, und die Rücknahme erfolgt spätestens am Bankarbeitstag nach dem Auftrag. Was fehlt, ist die staatliche Erstattungszusage über 100.000 Euro. Der Unterschied ist also real, aber er liegt im Schutzmechanismus, nicht in der Seriosität des Produkts.

Wie viel Prozent eines FREE-Guthabens typischerweise im Fonds liegen, gibt Scalable nicht an. Für deinen eigenen Fall brauchst du diese Quote auch nicht, denn du siehst den Stand jederzeit direkt im Konto: In der App unter Produktdetails, Guthabenverteilung, zeigt Scalable an, bei wem dein Geld gerade liegt.

Damit hast du drei saubere Wege, und alle drei sind legitim. Erstens: Du buchst PRIME+ für 4,99 Euro im Monat, dann verteilt Scalable laut Guthabenverteilung nur auf die eigene Bank und Partnerbanken. Zweitens: Du bleibst bei FREE und akzeptierst den OGAW-Rahmen bewusst, weil du den Betrag ohnehin nur kurz parkst. Drittens: Du legst die Summe, bei der dir das nicht mehr behagt, ins Scalable Festgeld, denn dort ist die Verwahrung bei Geldmarktfonds laut Kundenbedingungen ausgeschlossen. Was in jedem Fall gilt: Treuhand-Guthaben werden getrennt von den eigenen Geldern der Bank verwahrt, und bei einer Insolvenz von Scalable können Kundinnen und Kunden ihr Guthaben auf Treuhandsammelkonten aussondern lassen.

Was PRIME+ beim Tagesgeld bringt

Rechnen wir das Abo einmal ehrlich durch, weil an dieser Stelle gern ein Mehrzins vermutet wird, den es nicht gibt.

PRIME+ kostet 4,99 Euro im Monat und bringt beim Tagesgeld null Prozentpunkte mehr. Der Satz ist in beiden Modellen identisch, das bestätigen Produktseite, Zinsübersicht und Preisseite unabhängig voneinander. Bezahlt wird beim Tagesgeld die Verwahrart, also die Zusage, dass dein Guthaben bei Scalable und Partnerbanken liegt, verteilt auf bis zu fünf Banken, und nicht in einen Geldmarktfonds wandert. Dazu kommt oberhalb von 500.000 Euro die Verteilung auf Banken mit freiwilliger Einlagensicherung.

Die Rechnung dahinter ist schnell gemacht, sie stammt von uns und nicht von Scalable: 4,99 Euro mal zwölf sind 59,88 Euro im Jahr. Weil der Zins in beiden Modellen gleich ist, steht dem kein Mehrertrag gegenüber. Die Summe ist der Gegenwert, den die zusätzliche Verwahrart kostet. Bei 2,60 Prozent entspricht sie dem Bruttozinsertrag auf rund 2.300 Euro, das ist also das Guthaben, ab dem der Bruttozins die Abogebühr deckt. Bei 5.000 Euro Guthaben kostet das Abo knapp die Hälfte der Jahreszinsen, bei 100.000 Euro sind es rund 2,3 Prozent davon.

Daraus folgt eine klare Linie. Unter 100.000 Euro kaufst du mit PRIME+ vor allem eines: dass dein Guthaben bei Banken liegt und damit unter die gesetzliche Einlagensicherung fällt. Wie weit die im Einzelfall reicht, hängt zusätzlich davon ab, ob du bei einer dieser Banken schon selbst Geld liegen hast. Wie du das in zwei Minuten prüfst, steht gleich im Abschnitt zu den Kundenbedingungen. Ob dir diese Verwahrart 59,88 Euro im Jahr wert ist, hängt an deiner Summe und an deinem Sicherheitsbedürfnis, nicht an einer Rendite-Rechnung. Über 100.000 Euro sieht es anders aus, denn dort ist die Verteilung auf mehrere Banken der Weg, wie du bei Scalable mehr als die einfache Sicherungsgrenze abgedeckt bekommst.

Und wenn du das Konto ohnehin zum Handeln nutzt, rechnet sich PRIME+ eher über den Broker als über das Tagesgeld: 0 Euro pro Trade an der European Investor Exchange ab 250 Euro Ordervolumen statt 0,99 Euro, wobei im FREE-Modell Käufe von PRIME ETFs ab 250 Euro ebenfalls ohne Ordergebühr laufen, ein variabler Credit-Sollzins von 3,49 statt 4,49 Prozent bis 250.000 Euro und eine günstigere Instant-Einzahlung mit 0,69 statt 0,99 Prozent, bei der ab 5.000 Euro pro Einzahlung jeder weitere Euro gebührenfrei ist. Wer beides zusammen nutzt, sollte die Entscheidung deshalb am Depot festmachen, nicht am Sparbetrag. Wie viel ein Broker-Preismodell im Alltag ausmacht, haben wir am Consorsbank Depot und an den Traders Place Erfahrungen durchgerechnet.

Gleicher Zins in beiden Modellen

2,60 Prozent gelten im kostenlosen Modell genauso, das Tagesgeldkonto selbst kostet 0,00 Euro.

Konto ansehen

Zwei Sätze aus den Kundenbedingungen

Zwei Regelungen stehen in den Besonderen Vertragsbedingungen zum Cash-Management. Beide sind für einen Teil der Sparer relevant, und beide lassen sich handhaben, sobald man sie kennt.

Ziffer 7.2 kann deine 100.000-Euro-Grenze aufbrauchen. Wörtlich: "In Einzelfällen können durch Verwahrung von Kundengeldern auf offenen Treuhandsammelkonten die bei einer Treuhandbank anwendbaren Einlagensicherungsgrenzen überschritten werden, wenn die Kundin oder der Kunde anderweitiges Guthaben bei der Treuhandbank hält." Übersetzt: Wenn du bei der Deutschen Bank oder bei der NordLB schon selbst Geld liegen hast, zählt dieses Guthaben auf dieselbe Sicherungsgrenze wie der Anteil, den Scalable dort für dich verwahrt. Beides zusammen kann über 100.000 Euro kommen, ohne dass du es in einer der beiden Anwendungen siehst. Das Risiko einer Insolvenz dieser Bank trägt laut Ziffer 7.2 dann der Kunde.

So gehst du damit um: Schau einmal in der App unter Produktdetails, Guthabenverteilung nach, bei welcher Bank dein Scalable-Guthaben gerade liegt, und rechne deine eigenen Bestände bei diesem Haus dazu. Wer dabei über 100.000 Euro käme, verteilt entweder selbst auf ein zweites Institut oder schichtet den überschüssigen Teil um. Für alle mit fünfstelligen Beträgen und ohne Konto bei einer der Partnerbanken ist der Punkt praktisch ohne Bedeutung.

Ziffer 4.4 betrifft den Auszahlungsweg. Dort heißt es: "Eine unmittelbare Verfügung über Treuhand-Guthaben ist nicht möglich. Ein Anspruch auf eine direkte Übertragung von Treuhand-Guthaben auf ein Referenzkonto (ohne vorherige Buchung auf das Konto) besteht nicht." Laut Ziffer 4.3 kann Scalable Treuhand-Guthaben für eine Auszahlung zunächst auf dein Konto zurückübertragen und es von dort zusammen mit weiterem Guthaben auf dein Referenzkonto auszahlen. Für die Verfügbarkeit nennt Scalable "24/7 in Echtzeit", und für die Rücknahme aus einem qualifizierten Geldmarktfonds nennt Ziffer 2.5 spätestens den folgenden Bankarbeitstag.

Auch dafür gibt es eine einfache Handhabung: Wenn du eine Summe auf den Tag genau brauchst, etwa für eine Anzahlung oder einen Kaufpreis, planst du den Übertrag auf dein Referenzkonto mit ein paar Tagen Vorlauf ein, statt ihn auf den Stichtag zu legen. Für den normalen Sparbetrag, der einfach liegen bleibt, spielt der Punkt keine Rolle.

Die Bank hinter dem Tagesgeldkonto

Anbieter des Kontos ist die Scalable Capital Bank GmbH, Seitzstraße 8e in München, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 217778, Gründungsjahr 2014. Zuständig sind laut Impressum die BaFin und die Deutsche Bundesbank.

Der entscheidende Eintrag steht in der Unternehmensdatenbank der BaFin: Die Erlaubnis für das Einlagengeschäft nach Paragraf 1 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 KWG wurde am 10. September 2025 erteilt und ist ohne Enddatum geführt. Am selben Tag kamen unter anderem Kredit-, Depot- und Finanzkommissionsgeschäft dazu, während die älteren Erlaubnisse als Wertpapierinstitut endeten. Das ist der Übergang vom Wertpapierinstitut zur Vollbank, und erst seit diesem Datum darf Scalable überhaupt eigene Einlagen entgegennehmen. Ein Tagesgeldkonto im eigenen Haus war vorher gar nicht möglich.

Für die Sicherung heißt das: Die Bank ist der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH zugeordnet. Der offizielle Informationsbogen für den Einleger nennt eine Sicherungsobergrenze von 100.000 Euro pro Einleger und eine Erstattungsfrist von 7 Arbeitstagen bei Ausfall des Instituts. Alle Einlagen bei demselben Institut werden dabei zusammengezählt.

Eine Zahl gehört an dieser Stelle auseinandergehalten, weil sie regelmäßig verwechselt wird: In den Fällen des Paragrafen 8 Absatz 2 EinSiG erhöht sich die Sicherungsobergrenze laut Ziffer 16.2 der Kundenbedingungen auf 500.000 Euro, etwa für Beträge aus dem Verkauf einer privat genutzten Wohnimmobilie. Das ist ein gesetzlicher Sondertatbestand und hat nichts mit den "5 x 100.000 Euro" der PRIME+ Verteilung zu tun. Wer beides addiert, rechnet sich reich. Für die Planung zählt der einfache Wert: 100.000 Euro pro Kunde und Bank, mit PRIME+ verteilt auf fünf Banken.

Deutsches Kreditinstitut

Aufsicht durch BaFin und Bundesbank, gesetzliche Einlagensicherung über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken.

Zum Scalable Konto

Zur Größenordnung des Hauses: In der Pressemitteilung vom 16. März 2026 nennt Scalable "über eine Million Kunden" und "über 40 Milliarden Euro auf der Plattform" sowie mehr als 700 Mitarbeitende an fünf Standorten. Diese Werte tragen das Datum dieser Mitteilung, aktuellere Angaben findest du im Newsroom von Scalable.

Zur Aufsichtspraxis: In der öffentlichen Übersicht der BaFin zu Maßnahmen und Sanktionen ist zur Scalable Capital Bank GmbH nichts veröffentlicht, Stand 5. September 2026. Ein Freibrief ist das nicht, denn nach Paragraf 60b Absatz 4 KWG kann die BaFin Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen auch anonymisiert bekannt machen. Aussagekräftig ist deshalb vor allem der positive Befund: aktive Erlaubnisse ohne Enddatum, abgerufen am 5. September 2026.

Die Debatte um den Begriff Tagesgeld

Kurz nach dem Start hat die WirtschaftsWoche am 20. März 2026 die Kritik von Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg aufgegriffen. Sie hatte zwei Stoßrichtungen. Erstens die Platzierung: "Ein Hinweis in einer Fußnote reicht meines Erachtens nicht aus, da Verbraucher bei Tagesgeld ein gesichertes Bankguthaben erwarten." Zweitens der Name selbst, die Bezeichnung "Tagesgeld" suggeriere ein anderes Schutzniveau, als tatsächlich besteht. Scalable hielt dagegen: "Der Begriff Tagesgeld ist nicht gesetzlich definiert."

Ein halbes Jahr später gehört zur Fairness die Aktualisierung dazu, und die fällt zugunsten von Scalable aus. Am 5. September 2026 steht der Geldmarktfonds-Hinweis auf der Produktseite an drei Stellen: in der eigenen Spalte "Ohne PRIME+" der Konditionstabelle, in der FAQ-Antwort zur Guthabenverteilung und zusätzlich in der Fußnote. Die Fußnoten-Kritik ist damit weitgehend erledigt.

Der inhaltliche Kern der Kritik bleibt allerdings bestehen, und wir schreiben ihn deshalb genauso hin: Ein Produkt heißt Tagesgeld und kann im kostenlosen Modell vollständig ohne gesetzliche Einlagensicherung verwahrt werden. Eine Formulierung ist dabei knapper geworden. In der Pressemitteilung vom 16. März 2026 stand "Bei Geldmarktfonds gelten statt der Einlagensicherung die OGAW-Schutzstandards". In der heutigen Tabellenzelle fehlt das Wort "statt". Wer nur diese Zelle liest, kann den Unterschied überlesen.

Zur Einordnung des Rechtlichen: Ein Verfahren der Verbraucherschützer mit Ergebnis gibt es gegen Trade Republic, das laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg mit einem Vergleich endete, inklusive dauerhafter Unterlassung der beanstandeten Werbung und einer Vertragsstrafe von 5.500 Euro. In der öffentlichen Verbandsklagen-Liste derselben Verbraucherzentrale ist Scalable Capital nicht aufgeführt.

Wie schnell Zahlen zu diesem Konto altern, zeigt ein Blick auf die Fachmedien: Die Finanztip-Meldung zum Scalable Tagesgeldkonto steht am 5. September 2026 noch auf dem Zinssatz vom 16. März 2026, also auf 2,5 Prozent. Der aktuelle Wert steht seit dem 1. September in der Zinsübersicht der Bank.

Was du daraus mitnimmst: Die Debatte dreht sich um die Verwahrung, nicht um die Bonität oder die Zulassung des Instituts. Wenn dir die Bankeinlage wichtiger ist als die 4,99 Euro, nimmst du PRIME+ oder das Festgeld. Wenn nicht, weißt du jetzt genau, worauf du dich einlässt, und das ist mehr, als die Fußnote allein hergibt.

Festgeld im gleichen Konto

Seit Kurzem bewirbt Scalable auf derselben Seite ein Festgeld, und für die Sicherungsfrage ist das die relevanteste Alternative im Haus. Die Konditionen: 2,75 Prozent pro Jahr für 12 Monate, 3,00 Prozent pro Jahr für 24 Monate, jeweils mit garantiertem Zinssatz für die Laufzeit, ab 1 Euro und ohne Höchstbetrag.

Der Unterschied, auf den es hier ankommt, steht in Ziffer 1.5 der Besonderen Vertragsbedingungen für das Festgeld: "Eine Verwahrung des Anlagebetrags bei qualifizierten Geldmarktfonds erfolgt nicht." Festgeld verteilt Scalable also ausschließlich auf Banken mit 100.000 Euro gesetzlicher Einlagensicherung, zusätzlich ist eine freiwillige Sicherung möglich. Der Preis dafür ist die Bindung: Das Geld ist bis zum Laufzeitende gebunden, die Zinsen kommen am Ende.

Für die Aufteilung heißt das meistens: Der Teil, den du kurzfristig brauchst, bleibt im Tagesgeld, der Teil, den du zwei Jahre entbehren kannst, geht ins Festgeld. Wer lieber breiter vergleicht, findet befristete Aktionszinsen anderer Banken in unserem Tagesgeld-Vergleich, in der Consorsbank Tagesgeld-Aktion und beim Raisin Tagesgeld. Aktuelle Prämien und Neukundenaktionen sammeln wir im Bonus-Überblick für Tagesgeld.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Konditionen, Kundenbedingungen und Sicherungsstruktur zusammengenommen ergeben dieses Bild, Stand 5. September 2026.

Dafür lohnt sich das Tagesgeldkonto

  • 2,60 Prozent p. a. auf unbegrenztes Guthaben, ohne Mindesteinlage
  • Gleicher Zinssatz mit und ohne PRIME+, das Abo ist für den Zins nicht nötig
  • Kein Aktionszins und keine Befristung, so schreibt es Scalable im Help-Center
  • Zinsen taggenau berechnet und monatlich gutgeschrieben, dadurch Zinseszins
  • Kontoführung 0,00 Euro laut Preis- und Leistungsverzeichnis
  • Eröffnung ohne erneute Identifikation, eigene IBAN, Transfer zum Broker in Echtzeit
  • Deutsches Kreditinstitut unter Aufsicht von BaFin und Bundesbank, für Guthaben bei einer Bank 100.000 Euro Einlagensicherung mit Erstattung in 7 Arbeitstagen
  • Mit PRIME+ bis zu 5 x 100.000 Euro gesetzliche Einlagensicherung über fünf Banken
  • Die Guthabenverteilung ist jederzeit in der App einsehbar

Das gehört zur Entscheidung dazu

  • Ohne PRIME+ kann das Guthaben vollständig bei einem qualifizierten Geldmarktfonds liegen, dort gilt der OGAW-Rahmen statt der Einlagensicherung
  • Der Zinssatz ist variabel und ändert sich laut Fußnote etwa mit den Marktzinsen
  • Das Broker-Verrechnungskonto steht bei 0,00 Prozent, das Umbuchen übernimmt niemand für dich
  • Eigenes Guthaben bei der Deutschen Bank oder der NordLB zählt auf dieselbe Sicherungsgrenze mit
  • Treuhand-Guthaben sind laut Ziffer 4.4 nicht direkt auf das Referenzkonto auszahlbar
  • Ein Tagesgeldkonto pro Person, PRIME+ kostet 4,99 Euro im Monat und bringt beim Zins nichts

Fazit: für wen das Konto passt

2,60 Prozent auf unbegrenztes Guthaben, ohne Mindesteinlage, ohne Frist und ohne Kontoführungsgebühr, dazu monatliche Zinsgutschrift und Verfügbarkeit rund um die Uhr: Das ist ein starkes Angebot, gerade weil es kein Aktionszins ist. Der Satz ist variabel und wird laut Fußnote etwa mit den Marktzinsen angepasst, bisher ging er einmal nach oben. Wer eine Summe längerfristig parken will, ohne sich alle vier Monate einen neuen Anbieter zu suchen, bekommt hier ein Konto, das er nicht im Kalender führen muss.

Für Scalable-Bestandskunden ist die Sache ohnehin klar. Das Verrechnungskonto bringt seit dem Frühjahr 0,00 Prozent, das Tagesgeldkonto ist in unter einer Minute zusätzlich eingerichtet, und das Geld liegt danach in Echtzeit wieder beim Broker, wenn du es zum Investieren brauchst. Wer noch Guthaben auf dem Verrechnungskonto liegen hat, bekommt darauf 0,00 Prozent, nach dieser einen Umbuchung wieder 2,60 Prozent.

Für Neukunden hängt die Entscheidung an drei Kriterien, und der Zins gehört nicht dazu, weil er in beiden Modellen identisch ist. Erstens die Verwahrart: Im FREE-Modell kann das Guthaben laut FAQ vollständig bei einer Bank oder bei einem qualifizierten Geldmarktfonds liegen, mit PRIME+ liegt es bei Scalable und Partnerbanken. Zweitens die Höhe: 59,88 Euro Abo im Jahr entsprechen bei 2,60 Prozent dem Bruttozins auf rund 2.300 Euro, bei 5.000 Euro Guthaben knapp der Hälfte der Jahreszinsen, bei 100.000 Euro rund 2,3 Prozent davon. Drittens die Alternative im selben Haus: Beim Festgeld ist die Verwahrung bei Geldmarktfonds laut Kundenbedingungen ausgeschlossen. An diesen drei Punkten entlang ist die Wahl schnell getroffen, und zwischen den Preismodellen kannst du laut Scalable jederzeit wechseln.

Befristete Spitzenzinsen anderer Banken stehen beim Opel Direktbank Tagesgeld und beim TF Bank Tagesgeld. Das Scalable Konto braucht diesen Kalender nicht: Die 2,60 Prozent laufen ohne Frist weiter, auch wenn eine Aktion anderswo ausläuft.

2,60 % auf jedes Guthaben

2,60 Prozent p. a., monatliche Zinsgutschrift, Kontoführung 0,00 Euro, in FREE wie in PRIME+.

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